Nachhaltigkeit: Für uns ist das mehr als nur ein Wort!

Wir haben Alpengummi nicht gegründet, um noch einen Kaugummi auf den Markt zu bringen. Erfahre hier mehr über unsere Beweggründe, unsere Inhaltsstoffwahl und was wir unter Nachhaltigkeit verstehen.

Man möchte meinen, wir wären als passionierte Kaugummi-Kauerinnen geboren worden. Wenn uns Erwachsene als Kind gefragt hätten, was wir mal werden wollen, wenn wir groß sind, hätten wir nicht “Feuerwehrfrau!” oder “Prinzessin!” geantwortet, sondern “Kaugummiproduzentin!”. - Das stimmt natürlich nicht. Vielmehr haben wir im Rahmen unseres Studiums der Umweltwissenschaften entdeckt, dass es ein Problem mit einem Produkt gibt, das sich jeder Dritte regelmäßig in den Mund steckt: Kaugummis. Denn diese werden großteils aus Kunststoffen erzeugt und enthalten darüber hinaus potentiell gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe!

Uns liegt Nachhaltigkeit am Herzen. Wir sind überzeugt davon, dass wir alle behutsam mit den Ressourcen umgehen müssen, die uns unser Planet zur Verfügung stellt. Den sogenannten “Earth Overshoot Day” erreichen wir mittlerweile bereits im Juli. Das heißt, wir haben bereits Mitte des Jahres alle natürlichen verfügbaren Ressourcen aufgebraucht, die eigentlich noch bis zum Ende des Jahres ausreichen sollten.

Als produzierender Betrieb haben wir daher eine Verantwortung – diese kommt vor allem bei der Auswahl der Rohstoffe für unser Produkt zur Geltung.

Wir sind bemüht, eine nachhaltige Balance aus Qualität, Herkunft als auch Preis zu finden. Daher fällt uns die Auswahl der optimalen Rohstoffe nicht immer leicht. Wie genau wir diese Entscheidungen treffen, möchten wir euch hier erklären:


Fact-Check: Kaumasse

Harz ist der Hauptbestandteil von Alpengummis Kaumasse © Bergfalke GmbH

Dass Kaugummis aus Kunststoffen bestehen, haben wir bereits hier erklärt. Wie wir alle wissen, sind fossile Rohstoffe nicht erneuerbar und am Ende ihres Lebenszyklus nicht abbaubar, was zu Verschmutzung von Städten und Umwelt führt. Auch lange Transportwege und hoher Energieaufwand sind mit der Gewinnung und Verarbeitung verbunden. Kaugummis werden leider oft auf dem Asphalt ausgespuckt, von wo sie über das Abwasser ins Meer gelangen können. Wenn sich großes Plastik in kleines zersetzt, entsteht Mikroplastik. Und wenn sich dann im Meer ein Fisch davon ernährt, und du diesen Fisch im Supermarkt kaufst, kaust du also quasi deinen Kaugummi wieder – wie toll! ;-)

Wir haben daher eine neue, quasi zweite natürliche Kaumasse - neben Chicle - erfunden: aus heimischem Baumharz und Bienenwachs. Die Konsistenz ist nicht so gummiartig, dafür bringt unsere Kaumasse einen natürlichen Geschmack mit sich, der für immer bleibt - ein gewisser waldiger Grundton. Das Baumharz wird in Niederösterreich im Rahmen eines alten Traditionshandwerks, der Pecherei, gewonnen, das 2011 sogar zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO ernannt wurde.


Fact-Check: Ätherische Öle vs. Natürliche Aromen

mint oil
Minzöl © Pixabay

Für uns war es von Anfang an klar, dass alle Inhaltsstoffe so nachhaltig wie möglich gewonnen und Transportwege so gering wie möglich gehalten werden müssen. Daher hatten wir überlegt, Geschmack mithilfe ätherischer Öle in den Kaugummi zu bekommen. Mit diesen haben wir anfangs auch viel experimentiert, bald jedoch mussten wir erfahren, dass nicht alles so blumig ist, wie es wirkt: Die meisten Hersteller beziehen die Pflanzen für ihre ätherischen Öle von Übersee. So ist es kaum möglich, ein Minzöl zu beziehen, das nicht in Indien angebaut wird. Ätherische Öle aus heimischen Pflanzen in einer Menge zu bekommen, die für die Kaugummiproduktion rentabel wäre, ist somit zum heutigen Stand nicht möglich. Nebenbei ist das ganze natürlich auch eine Preisfrage: Ätherische Öle sind um ein Vielfaches teurer, was sich auch im Endpreis für den Kaugummi ausschlagen würde. Aus diesen Gründen haben wir uns für natürliche Aromen entschieden.


Fact-Check: Tierisches vs. pflanzliches Wachs

brazilian wax and bees wax
Brasilianisches Carnaubawachs und österreichisches Bienenwachs © Pixabay

Um Alpengummi geschmeidiger zu machen, setzen wir Bienenwachs ein. Herkömmliche, aber auch viele natürliche Chicle -Kaugummis verwenden für die Glanzschicht Carnaubawachs. Carnaubawachs ist zwar vegan - im Gegensatz zu unserem tierischen Bienenwachs - wird aber aus einer Palme in Brasilien gewonnen (daher auch der Name “brazilian wax”). Diese Gewinnung ist einerseits mit der Rodung von Regenwäldern verbunden, andererseits mit unmenschlichen Arbeitsbedingungen. Mehr dazu hier.

Wir beziehen unser Bienenwachs momentan in Bioqualität von einem österreichischen Unternehmen. Da die Kontrollen für die Verwendung von Bienenwachs in Lebensmitteln streng sind, muss jede Charge von den Behörden genauestens untersucht werden. Meistens brauchen die Imker ihr Wachs selber, also pro Jahr können nur rund 20% des Wachses abgegeben werden. Das ist problematisch, wenn man eine gleichbleibende Qualität braucht, wo nicht nur das Biosiegel zählt, sondern auch der Geschmack und die Konsistenz. Das Bienenwachs, das wir momentan beziehen, kommt daher von mehreren Imkern in Europa und wird gemeinsam analysiert und zertifiziert - so können die großen Mengen sichergestellt werden, die für die Lebensmittelindustrie notwendig sind.

Trotzdem möchten wir ein regionales Netzwerk aufbauen, sodass unser Bienenwachs mit noch weniger Transportwegen auskommt und wir die heimische Imkerei unterstützen können!


Fact-Check: Bio vs. regional & konventionell

Xylit

xylitol zahnreinigend
Zahnreinigender Birkenzucker aus Birkenrinde © Bergfalke GmbH

Vielleicht habt ihr euch schon gefragt, warum unser Kaugummi kein Bio-Siegel hat? Vor allem liegt das an unserem Süßungsmittel: Xylit. Xylit - auch als Birkenzucker bekannt - wird mittels Hydrierung aus Pflanzenfasern hergestellt. Der entstandene Holzzucker (Xylose) und dann zu Xylit weiterverarbeitet. Die Rinde, aus der der Birkenzucker für unseren Kaugummi hergestellt wird, stammt von österreichischen und finnischen Laubbäumen aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Die Rinde fällt im Verarbeitungsprozess des Holzes als Nebenprodukt an, d.h. für unser Xylit werden keine Bäume gefällt - besser noch: somit werden 100 % des Rohstoffs verwendet.
Xylit ist zwar als Monoprodukt in Bioqualität verfügbar, aber sobald man Xylit für ein Produkt verwendet (in unserem Fall einfach dazumischt), kann man laut EU-Gesetzen kein Bio-Siegel mehr bekommen. Da es uns in der Rohstoffauswahl wichtiger war, einen zahnfreundlichen Kaugummi herzustellen, haben wir uns daher gegen kariesfördernde Zucker, die jedoch bio-zertifizierbar wären, entschieden.


Glycerin

glycerin
Pflanzliches Glycerin © Bergfalke GmbH

Glycerin dient in unserem Kaugummi als Feuchthaltemittel. Normalerweise ist konventionelles Glycerin zum großen Teil ein synthetisches Produkt, das aus Propen (Erdölprodukt) gewonnen wird. Wir haben uns jedoch bewusst für pflanzliches Glycerin entschieden, welches bei der Spaltung pflanzlicher Fette entsteht. Zurzeit gibt es Glycerin zwar als “bio” zu kaufen, also zertifiziert nach dem National Organic Program (NOP certified), das aber in der EU nicht wirklich anerkannt wird (so weit wir das verstehen). Der Ursprung dieser Bio-Glycerine ist aber leider in Indien, weswegen wir entschieden haben, es nicht einzusetzen.


Lecithin


Die Sonnenblume als Ursprung für unser Lecithin © Pixabay

Lecithin dient als Emulgator in unserer Kaumasse. Unser Lecithin wird in Italien aus Sonnenblumen gewonnen und ist bio-zertifiziert.


Gummi Arabicum


Gummi Arabicum © Pixabay

Akazien-Gummi (Gummi Arabicum) stabilisiert unseren Kaugummi und trägt zu einem angenehmeren Kaugefühl bei. Gummi Arabicum ist auch ein Baumharz, das zumeist in Afrika gewonnen wird. Auch für die dortige Landbevölkerung ist es - wie für unsere niederösterreichischen Pecher das Schwarzkiefernharz - ein wichtiger Teil des Lebensunterhalts. Dieser Rohstoff ist in der Tat die am weitesten gereiste Zutat für unseren Kaugummi, weshalb wir es auch nur in sehr geringen Mengen zugeben. Wir arbeiten jedoch weiterhin an unserer Rezeptur, und hoffen, dass wir in naher Zukunft einen regionalen Ersatz für diesen Stabilisator finden können (an dieser Stelle möchten wir erwähnen, dass wir mit Universitäten und Forschungseinrichtungen zusammenarbeiten – dieses Thema könnte wohl ein zukünftiges Forschungsfeld sein!).


Tocopherole/Vitamin E


Vitamin E © Pixabay

Das fettlösliche Vitamin E ist in vielen Nüssen und daher auch Ölen enthalten und gilt als Antioxidans und Fänger von zellschädigenden freien Radikalen. Damit unser Produkt länger haltbar wird, setzen wir eine Mischung aus natürlichen Tocopherolen, die aus Sonnenblumen gewonnen werden, ein.


Es ist nicht immer leicht, die richtige Balance zwischen Qualität (optimalem Geschmack & Kauerlebnis), Herkunft/Regionalität und Preis zu finden. Wir möchten euch mit diesem Blog-Artikel zeigen, dass wir unser Bestmögliches tun, jede Entscheidung sehr bedacht treffen und uns Transparenz am Herzen liegt. Bei weiteren Fragen, Verbesserungsvorschlägen oder sonstigen Ideen schreibt uns gerne an info@alpengummi.at :)

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