Woraus handelsübliche Kaugummis bestehen

Habt ihr schon einmal probiert herauszufinden woraus die Kaumassen herkömmlicher Kaugummis bestehen? Das ist gar nicht so einfach - da diese nur als “Kaumasse” auf den Zutatenlisten angegeben sind.

Die Kaumasse konventioneller Kaugummis

Wir selber wussten vorher nicht woraus Kaugummis gewonnen werden. Und das, obwohl wir eigentlich einen recht nachhaltigen Lebensstil pflegten. Wir lebten vegetarisch, vermieden Plastik wo wir nur konnten. Aber über Kaugummis machten wir uns nie Gedanken. Auch als wir anfingen, Leute in unserem Bekanntenkreis zu fragen, bemerkten wir, dass kaum jemand so genau über Kaugummis nachgedacht hat.

Das kommt wohl vor allem daher, dass die Kaumasse konventioneller Kaugummis nicht klar deklariert ist, sondern auf den Packungen nur unter der Bezeichnung “Kaumasse” bzw. “gum base” deklariert ist. Was das genau heißt, findet man auch auf den Webseiten der Hersteller nicht. Die KonsumentInnen werden im Unklaren über die genaue Zusammensetzung des Produktes gelassen. Und sie kommen damit durch.

Wir haben nicht locker gelassen, und angefangen zu recherchieren. Auf Wikipedia stößt man auf folgende Erklärung:

“Heute wird der größte Anteil der Kaugummibasis (Kaumasse) aus petrochemischen Grundstoffen erzeugt, sie besteht aus Kunststoffen, vorwiegend Polyisobutylen und Polyvinylacetat. 50 bis 70 % des Kaugummis sind Zucker, der Rest sind Füllstoffe, wie Aluminiumoxid, Kieselsäure oder Zellulose. Ebenfalls enthalten sind Weichmacher, Feuchthaltemittel, Antioxidantien, Aromen, Säuren, Farbstoffe und Emulgatoren.”

Die Zusatzstoffe

Abgesehen davon, das konventionelle Kaugummis aus Kunststoffen bestehen, beinhalten sie meist noch andere - potentiell gesundheitsschädliche - Zusatzstoffe. Zum Beispiel steht das Antioxidationsmittel BHA (Butylhydroxyanisol) im Verdacht, eine östrogenisierende Wirkung zu haben, ähnlich wie die bereits bekannteren Parabene. Auch die künstlichen Süßungsmittel Aspartam und Acesulfam K werden aus gesundheitlichen Gründen von immer mehr Menschen gemieden. Dazu kommen zahnschädliche Zucker und Weißmacher wie Titandioxid.

Ein Schmutzproblem

Jeder kennt es, aber kaum einem fällt es auf: Man kann in einer Stadt keine zwei Meter gehen, ohne irgendwo einen weißen oder schwarzen Kaugummifleck am Boden zu sehen.

Die Reinigung stellt eine große Herausforderung für die Städte dar. Vor allem wirtschaftlich rentiert es sich kaum, die Kaugummis zu entfernen. Mit normalen Bürsten bekommt man sie nämlich nicht weg, es braucht Spezialgeräte, die mit Heißdampf reinigen. Die Kosten variieren je nach Arbeitsumfang und Reinigungsverfahren und belaufen sich auf ca. 20 Euro pro Quadratmeter. Das entspricht ca. 2€ pro entferntem Kaugummi. Daher überlegen einige britische Städte eine Steuer auf Kaugummis einzuführen.

Nicht biologisch abbaubar

Dass sich Kaugummis so gut mit Asphalt verbinden, hat auch damit zu tun, dass sie sich in ihrer Zusammensetzung sehr ähneln (bei genauerer Recherche findet man sogar, dass bekannte Reifenhersteller Kaumassen anbieten!). In der Umwelt brauchen Kaugummis viele Jahre, bis sie zersetzt sind - und bleiben selbst dann wahrscheinlich als Mikroplastik zurück. Die Verpackung der meisten Kaugummis besteht aus Plastik und/oder Aluminium, was die Umweltbelastung dann natürlich maximiert. Na Mahlzeit!

Kaufen! Wo?